Warum Kitten in Alleinhaltung einsam sind

Katzen sind hochsoziale Wesen. Der Mensch, Hunde oder andere Tiere stillen das Bedürfnis nach Artgenossenkontakt nicht ausreichend. Eine gesunde Katzenpsyche braucht die Anwesenheit einer zweiten Katze.

Katzen sind von Geburt an mit einem Bedürfnis nach Sozialkontakt zu Artgenossen ausgestattet. Die Kommunikation mit anderen Katzen, das gemeinsame Spielen, Kuscheln und Putzen sind essentiell für eine gesunde Katzenpsyche. Werden Kitten zu früh von der Mutter getrennt, können sie die Fähigkeiten zur Artgenossen-Kommunikation verlernen. Hier bleibt zwar grundlegend ein Bedürfnis zum Sozialkontakt, die Katze ist nur nicht mehr in der Lage andere Katzen zu verstehen und reagiert dadurch frustriert oder ablehnend auf Artgenossen.

Dass Katzen keine Einzelgänger,
sondern hochsoziale Wesen sind, zeigt dieses Video* wunderbar!

Leider entwickeln etwa 70% der einzeln gehaltenen Kitten im Laufe ihres Lebens eine Verhaltensstörung. Diese können vielfältig sein und sich mit der Zeit auch ändern. Dazu zählen Aggression, Unsauberkeit, Depression, erhöhte Stressanfälligkeit und dadurch erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, selbstverletzendes Verhalten, Zerstörung von Wohnungseinrichtungen, nächtliche Unruhe, Spielunlust, Appetitlosigkeit, Lethargie etc. Ist eine Verhaltensstörungen erstmal da, kann sie meist nur mit sehr kostenintensiver Betreuung durch KatzentrainerInnen wieder in den Griff bekommen werden.

Um zu verhindern, dass Kitten oder ausgewachsene Katzen Verhaltensstörungen entwickeln und deshalb vielleicht sogar im Tierheim abgegeben werden, sollte unbedingt darauf geachtet werden, Kitten nur zu zweit oder zu einem bestehenden Kitten (oder einer spielfreundigen Jungkatze) dazu zu vermitteln. Bei der Vermittlung empfiehlt es sich darauf zu achten, dass im Idealfall Kater-Kater oder Katze-Katze gemeinsam in ein neues Zuhause ziehen. Ausgenommen sind Geschwister die sehr stark aneinander hängen.

Katzen sind keine Einzelgänger. Warum reagieren manche Katzen dennoch negativ auf andere?

  • Gerade bei Freigängern können vermehrt negative Erlebnisse zu anderen Katzen dazu führen, dass Katzenkontakt negativ verknüpft wird und auf jede andere Katze automatisch mit Angst oder Aggression reagiert wird.
  • Bei der Kombination Katze-Kater kommt es oftmals zu Missverständnissen. Kater spielen meist sehr körperbetont und sind Katzen aufgrund ihrer Größe und ihrem Körperbau überlegen. Katzen finden das mit der Zeit (oder sofort) nicht mehr lustig und reagieren mit Fauchen o.ä. auf Kontaktversuche des Katers. Dieses Problem kann umgangen werden indem entweder zwei männliche oder zwei weibliche Kitten gemeinsam gehalten werden.
  • Limitierte Ressourcen führen oftmals zu Schwierigkeiten im Katzenhaushalt. Füttert man die Katzen zu wenig oder zu selten, gibt es zu wenige Rückzugsorte, Katzenklos, Schlafplätze und Beschäftigung, kann es sich auf das Sozialverhalten der Katze negativ auswirken.
  • In der Natur orientieren sich Katzen sehr stark am Geruch um beurteilen zu können, ob eine Katze zur Familie gehört oder nicht. Auf Katzen mit Familiengeruch wird positiv reagiert, fremd riechende Katzen werden als Feinde betrachtet. Wenn man also eine Katze zuhause hat und ihr eine neue Katze sofort vor die Nase setzt, führt dies zur Ablehnung der neuen Katze. Hier entsteht häufig der falsche Eindruck, dass die Katze lieber alleine sei und besser eine Einzelkatze bleibt.

Kitten sollten also immer von Beginn an Kontakt zu Artgenossen haben und so lange als möglich bei der Mutter bleiben. So steht einem langen, glücklichen Katzenleben nichts mehr im Wege.

* Quelle: Daniela Ranftler - Pawsitive Pettraining

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