Mähtod - die große Gefahr bei der Ernte & Frühmahd

Die ersten sommerlichen Tage bedeuten den Beginn der Mäh- und Erntesaison. Zugleich ist es die Zeit, in der die Brut- und Aufzuchtsphase von Wildtieren einsetzt. Das Ernten & Mähen wird deshalb jährlich für tausende Wildtiere zum tödlichen Verhängnis.

Rehkitz © TiKoMähen © TiKoDrohne © TiKoMähroboter © TiKoIgel © TiKo

Im Schutz der Wiesen ziehen Feldhasen und Rehe ihre Jungen auf. Vögel nutzen diesen Platz, um ihre Nester anzulegen und unzählige Insekten wie Bienen und Hummeln leben in und von diesem Ökosystem. Wenn die Mäh- und Erntemaschinen kommen, haben sie oft keine Chance, rechtzeitig zu fliehen...

Warum Mäharbeiten für Wildtiere gefährlich sind

Rehkitze und junge Feldhasen, die von ihren Müttern im hohen Gras abgelegt werden, während sich diese der Nahrungssuche und -aufnahme widmen, sind besonders gefährdet. Sie verharren regungslos und ducken sich instinktiv noch tiefer in ihre Verstecke, wenn sie das nahende Geräusch der Mähgeräte vernehmen.

Durch ihre Tarnzeichnung sind sie zudem kaum zu erkennen ‒ wenn der Maschinenführer der immer effizienter und schneller arbeitenden Geräte das Tier sieht, ist es meist schon zu spät. Schwerste Verletzungen bis hin zum Tod sind das traurige Resultat, wenn nichts mehr bleibt, als die Tierkinder von ihrem Leiden zu erlösen.

 Bis zu 25.000 Rehkitze sterben jährlich in Österreich an einem qualvollen Mähtod.

                                                                                                                                                                                                                                         Quelle: Landwirtschaftskammer Tirol

Wildtierschonend mähen & Leben retten

Zur später einsetzenden Getreideernte sind die Tiere bereits gewachsen und besser in der Lage, bei Gefahr zu flüchten. Um Wildtiere in dieser sensiblen Zeit zu schützen, in jedem Fall unnötigen Stress zu vermeiden und im Ernstfall sogar das Schlimmste verhindern zu können, gibt es einige Maßnahmen, die ergriffen werden können:

  • Die Zusammenarbeit mit Jagdpächtern und Vogelexperten ermöglicht eine zeitgünstige Planung
  • Gezieltes Absuchen der Felder vor dem Mähen, um die Mahd gegebenenfalls zu verschieben, Tiere zu bergen oder einzelne Stellen als Verstecke auszulassen
  • Blühstreifen für Wildbienen als Nahrungsquelle einplanen oder kleine Teile des Feldes stehen lassen
  • Die Wahl der richtigen Schnitthöhe kann kleinere Tiere und Insekten schützen
  • Rehe und Hasen können durch akustische Signale, Blinklichter oder am Vortag angebrachte Plastiktüten oder Windräder verscheucht werden
  • Wildtierjunge können mit Jagdhunden oder Geräten wie Wärmedetektoren oder Drohnen im vorhinein aufgesprüt werden
  • Von innen nach außen beginnend an Straßen oder angrenzenden Wäldern zu mähen sowie das Anbringen von Schutzblenden am Mähdrescher erhöhen die Fluchtoptionen

Mähroboter im Garten werden zur tödlichen Falle

Doch nicht nur auf landwirtschaftlichen Flächen, auch in kleineren Gärten gibt es eine neue Gefahrenquelle. Hier wird der Mähroboter zum unterschätzten Risiko für Kleintiere wie Igel, aber auch für Hunde und Katzen sowie für Kleinkinder, weshalb auch am eigenen Grundstück entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden sollten. Igel, beispielsweise, flüchten nicht, sondern rollen sich bei nahender Gefahr zusammen. Um ihnen einen unfassbar qualvollen Tod zu ersparen, sollte der Mähroboter nur beaufsichtigt und tagsüber laufen!

Mähroboter stellen vor allem nachts eine tödliche Falle für Kleintiere aber auch Hunde und Katzen dar!

 

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